Happy New Year. Wo alle in Deutschland noch warten, ist hier schon 2012 angebrochen (mal wieder das letzte Jahr vor dem Weltuntergang). Also: Vorsätze abschaffen, Gefängnisse aufbrechen und die Weltrevolution dancen.
Ich glaube, ich beschränke mich heute wieder ein bisschen aufs Kurze. Der Morgen startete viel zu früh für die meisten, mein Mitbewohner war noch nicht mal wieder nüchtern – darum wurde morgens gen der Moskauer Universität mehr gewankt als gegangen. Das Scheißding hatte aber zu bzw. als Touristen durften wir nicht rein. Das hat mich ziemlich angepisst, weil ich mir davon sehr viel erwartet habe und das Hauptgebäude auf einem Berg über Moskau nicht zuletzt auch einen großartigen Blick über die Stadt geboten hätte. Irgendwie hat mir dann auch der restliche Tag (ein weiterer “Jugendclub”, der uns Willkommen hieß) nicht so wirklich die Laune aufgehellt.
Lichtblick war ein kleiner Ausflug in einen Hinterhof, in dem sich einige Leute ein kleine Künstlerwerkstatt mit Galerien und Läden aufgebaut hatten, die ganz nette Sachen dabei hatten. Da gabs dann wirklich Kunst, die mir gefallen hatte, die aber deutlich internationaler/westlicher geprägt war. Obwohls mir ein sehr simples Werk angetan hat – die Soldaten, deren Sterne von den Mützen ins Firmament wandern bzw. sich dort einordnen.
Ansonsten kann ich nur einige Fesstellungen über Moskau wiederholen bzw. neu anmerken:
- Die Moskauer Bevölkerung scheint fast nur aus Kindern bis 13 und Erwachsenen ab 30 zu bestehen. Von der Zwischengeneration sieht man nur sehr wenig. Das verwirrt mich, und so richtig kann ich mir das noch nicht erklären.
- Ganz Moskau hat wenig Street-Art und noch weniger politische Sticker oder sowas. Alles ist “sauber”, sowohl die Bahnen als auch jede Wand. Selbst in den Randgebieten.
- Es gibt auch kaum Fahrradfahrer. Der Verkehr macht das auch logisch, die Autofahrer sind einfach verrückt hier. Außerdem kann man das Fahrrad nicht mit in die Metro nehmen. Aber mir ist das aufgefallen, weil die Menschen sich für Busse in riesigen Schlangen anstellen und die Busse nur gefühlte 2m/Minute vorankommen – mit Fahrrädern wäre man da deutlich besser dran.
Soviel zu Gedanken und Tag. Morgen werde ich sicher nichts oder nicht viel schreiben, ich melde mich dann vielleicht am Neujahresabend länger wieder.
Der Vodka hat gewirkt, das Aufstehen war für alle eine Qual (inkl. mich, der unter dem Gezeter der Dröhnschädel litt) – dem soll heute abgeholfen werden: es wurden gleich zwei Flaschen gekauft. Ich bin gespannt, wie dieses Experiment der Humanalkoholie sich entwickeln wird.
Auch heute sind alle geschafft vom Tag. Lange Metrofahrten, viele Fußmärsche und ein anstrengendes Programm forderten bisher ihren Tribut. Angefangen hat der Tag mit einer Art Nationalgalerie, in der verschiedene Epochen der russischen Kunst gezeigt wurden. Etwas seltsam dabei: die russische Kunstgeschichte scheint 1917 aufzuhören, die gesamte Sowjetzeit schien aus dem Programm eleminiert zu sein. Wie immer in solchen Ausstellungen: man geht rum, bestaunt die Werke, weiß aber zwei Räume weiter nicht mehr, was man eigentlich gerade gesehen hat. Einige Werke blieben in Erinnerung, weil sie besonders intensive Szenen, vor allem aus den diversen russischen Schlachten, in überraschend kritischem Kontext darstellten. Aber der Großteil der Gemälde, vor allem Porträts und Landschaftsaufnahmen, rauschte so vorbei.
Danach ging es auf einen kurzen Spaziergang. Die russischen Straßen sind wirklich möderisch. Nicht nur wurde ich nun mehrmals fast angefahren, heute wurden wir auch Zeuge, wie rücksichtlos zweimal ein Hund überrollt wurde. Mir klingt das schmerzerfüllt Heulen und Wuffen/Grunzen der Bulldogge immer noch in den Ohren nach, dieses Erlebnis hat mir echt den Tag versaut. Der Hund hat es (erstmal) überlebt und wurde von einem freundlichen Autofahrer dann anscheinend Richtung Krankenhaus gefahren.
Weiter ging es zu einem Kunstwerk, was mich wirklich beeindruckt hatte. Mitten in einem Park stand eine Reihe von Metallstatuen, die die Geißeln der Menschheit darstellten. Sie streckten ihre Hände nach zwei Kindern in ihrer Mitte aus, die “Blinde Kuh” spielten. Wirklich enorm genial dargestellt.
Ansonsten: Staubeobachtung, Kreml und noch ein Jugendclub mit HipHop und Breakdance. Wieder mit extra gesicherten Community-Zentren. Morgen geht’s dann in die Universität, ein wohl hochgesichertes Gebäude, weil die russische Regierung wohl enorm Angst hat, dass ihre Elite weggebombt wird. Mal sehen, wie nah wir rankommen. Vielleicht schaffe ich es ja außerdem, die ganzen Schlafmützen hier zu bewegen, nochmal den Arsch hochzubewegen – ich würd gerne ein bisschen Moskauer Nachtleben mitbekommen und das doch sehr beengte Hostel vermeiden. Aber das steht noch in den Sternen.
Der zweite Tag meiner Moskaureise erstreckte sich vor allem auf das Metrosystem. Das ist gelogen, aber entspricht der gefühlten Wahrheit: wir haben bestimmt zwei bis drei Stunden in der Metro zugebracht. Interessant dabei war: Der Roman “Metro 2033” (und vor allem das Spiel) hat tatsächlichen praktischen Wert, ich war überrascht, wieviele Stationsnamen ich wiedererkannte. Wir befinden uns übrigens in der Nähe der Kitaj-Gorod, soweit ich mich erinnere auch ein Schauplatz im Buch. Die Moskauer Metro ist im übrigen vertrauenserweckend alt und dabei fährt sie furchtbar schnell. Man hat wirklich das Gefühl, dass Stationen, Züge und Fahrgäste für die Ewigkeit gebaut sind und dem sowjetischen Ewigkeitsanspruch trotz Untergang des Weltreiches noch genügen wollen und müssen. Beeindruckend auch die Massen, die transportiert werden. Solche Szenen kenne ich in Berlin eigentlich nur vom alten Ostkreuz, wo sich so beengt der arbeitstätige Menschenkörper hoch- und runter schob.
Abseits von der Metro wurden wir zum russischen Kulturprogramm geladen. Die Begegnungsstätten sind z.T. im Eingangsbereich stärker gesichert als bspw. deutsche Polizeistationen. Nach einem herzlichen Empfang wurden wir Gäste in einer Show, bestehend aus integrativem Tanzen (ein Programm für Menschen mit Behinderung) und einer jungen Cheerleadergruppe.
Wir hatten außerdem die Ehre mit einer Weltmeisterin im Gewichtheben (Unterarme in die Ewigkeit!) und der Weltmeisterin im Cheerleading. Nach einem reichhaltigen Mittag ging es dann weiter, in ein nächstes Jugendzentrum, wo es Rapgruppen und DJ-Technik gab. Das hochwertige Equipment steht der Gruppe, mit der ich reise, für die nächsten Tage zur Verfügung – ein Teil wird mit russischen Rappern ein Track produzieren, wenn ich das richtig mitbekommen habe.
Mein Teil der Gruppe wird sich die nächsten Tage um ein Fotoprojekt kümmern. Ein richtiges Thema haben wir dazu noch nicht, und ich bin gespannt, wo wir überhaupt fotografieren dürfen, weil viele Orte – ähnlich Amerika – mit Fotosperren (kriegswichtig!) belegt wurden. Aber uns wird schon ein Thema einfallen. Nach einem langen Tag wurde nun die erste Flasche Vodka ausgepackt. Ich bin überrascht, wie fertig alle vom Tag sind und trotdzem finden sie die Muße, noch einen Liter hinunterzuspülen. Gut, dass mein Quasi-Straight-Edge-Verhalten mir morgen früh einen klaren Kopf bewahren wird. Hoffe ich jedenfalls. Auf die nächsten Tage, Nastrowje. Oder so.
Verdammt, jetzt bin in Moskau gelandet. Drei Flugstunden von meinem Hund und der ganzen Berliner Scheiße entfernt, sitze ich gerade in einem kleinen Hostel, das erstaunlich gemütlich ist und sich durch die Jugendlichkeit der Betreiber und dem krassen Gegensatz zwischen Hausflur (baufällig, unscheinbar, bröckelnd.) und Innenansicht (warm, gemütlich, einfach nett) auszeichnet.
Mit einigen Freunden sind wir in einer Jugendgruppe mitgereist, was neben finanziellen Vorteilen auch eine coole Atmosphäre über die Altersgruppen hinwegt mit sich bringt. Ich werd hier die nächsten Tage einfach mal ein paar Beiträge droppen, heute ist noch nicht viel passiert. Nur einige Erkentnisse seien hier noch erwähnt.
- Moskau sieht aus wie Ost-Berlin. Ich hab mich zuhause gefühlt, als wir Richtung Innenstadt gefahren sind.
- Die Metro fährt sehr schnell, viel schneller als unsere U-Bahn.
- Es ist keine gute Idee, ohne Kreditkarte oder EC-Karte oder Rubel im Supermarkt einkaufen wollen – nur Euro funktioniert nicht. True Story.
Wie gesagt, die nächsten Tage Updates und Fotos.
Das wunderschönste NY-Video, das ich seit langem gesehen habe. Das ist mir doch glatt einen Post hier wert. Das macht mich echt fertig – ich will zurück.
[via Kraftfuttermischwerk]
Der Alptraum vieler eingefleischter Großstädter passiert ausgerechnet Zoey Hart, eine ambitionierte, junge Chirurgin mit viel Talent: sie sieht sich gezwungen aus New York in das amerikanische Hinterland zu ziehen, genauer in den Ort Bluebell im US-Bundesstaat Alabama. Eine Gegend, in der man morgens mit Blick auf die Konföderiertenflagge aufwacht und ein beschauliches Leben führt, eine Gegend die, so die Aussage eines Bewohners, Hurrikane “Katrina” überlebt hat, in dem alle gemeinsam angepackt, Sandsäcke aufgeschichtet und sich eingegraben haben – ohne externe Hilfe von der großen Welt da draußen. In diese kleinstädtische Gemeinschaft stößt nun Dr. Hart – sie soll ein Jahr als Allgemeinmedizinerin arbeiten, anders kann sie ihre chirurgische Fachausbildung nicht fortsetzen. Also folgt sie den seltsamen Einladungen des Dr. Wilkes, der ihr schon seit Jahren einen Platz in seiner Praxis in Bluebell offeriert. Gerade erst angekommen, findet sie sich mitten in Nachfolgestreitigkeiten wieder: Dr. Wilkes erst vor wenigen Wochen gestorben und hat aus unerfindlichen Gründen Zoey die Praxis hinterlassen – sehr zum Missfallen seines Partners Dr. Breeland, mit dem sie sich nun die Praxisräume teilt, der aber eigentlich auf eine komplette Übernahme nach dem Tod von Dr. Wilkes gehofft hatte. Dessen designierter Schwiegersohn, George Tucker, ist einer der wenigen Menschen in Bluebell, die Zoey nach ihrer Ankunft mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie in die Feinheiten der Kleinstadt einführen, auch wenn das die Verlobte gar nicht gerne sieht und sie sogleich zur persönlichen Feindin erklärt. Oder ihr, wie im Falle ihres Nachbarn Wade, tatkräftig beim Bewältigen der ersten Hindernisse helfen – denn eine Begegnung mit einem, wenn auch handzahmen, Alligator ist für die New Yorker Jungärztin schnell überfordernd. Und dann ist da noch Lavon Hayes, der afroamerikanische ehemalige Football-Star, nun Bürgermeister mit 99 Prozent Wahlerfolg, mit dem unergründlichen, aber immer strahlenden Lächeln auf dem Gesicht …
Gerade diese absurden Charaktereinwürfe machen diese Serie zu einer der interessantesten Neustarts der Fall-Season – ein unglaublich gut gelaunter, relaxter schwarzer Bürgermeister in den Südstaaten? Die Serie lebt von ihren Klischees und Konterklischees, die auf beeindruckend simple Art und Weise den Unterschied von Stadt und Land erklären und dabei eine Momentaufnahme der Alabama-Seele dezent in den wohltemperierten Hintergrund stellt. Trotz Finanzkrise, trotz Katrina – die Leute halten zusammen, packen mit an und ziehen sich gegenseitig aus dem wortwörtlichen Sumpf. Das Modell scheint zu funktionieren – doch welchen Preis hat es, und wie stabil ist es? Die Offenheit der Leute gegenüber Fremden ist – nun ja – reduziert und Zoeys herablassende NY-Halbgöttin-in-weiß-Art gibt aller Sympathie den Rest. Hier muss sie anfangen, sich neu zu beweisen und sich neue Kompetenzen zu erarbeiten. Ihr Charakter steckt voller Wissen, aber ohne menschlichen Schliff und Bluebell kann für Zoey nur eine große Funktion haben: erwachsen zu werden. Die Pilotfolge lässt hier viel Raum offen, in welche Richtung die Entwicklung geht, aber Selbstfindung und Growing-Up wird definitiv dazu gehören, wobei für diese Thematiken Rachel Bilson die perfekte Besetzung ist: durch ihre aktuellen Projekte (“New York I Love You”, “Waiting For Forever”) scheint auch die Schauspielerin aus dem Schatten ihres Teenie-Erfolgs “O.C. California” herauszutreten und sich davon zu emanzipieren.
Die Pilotfolge gibt hier also Aussicht auf eine grundsolide, sympathische und entwicklungsfähige Serie ohne große Neuigkeiten, dafür aber mit viel Charme.
Oha, neue Indiemusik. Der Beitrag dazu wird nicht lang, die erinnern mich an eine Mischung aus Polarkreis 18 und I Might Be Wrong. Ziemlich cool, absolute Empfehlung.
Man findet We Invented Paris auf ihrer Homepage mit ein paar Songs und auf Bandcamp. Ihr Album kommt am 4.11. raus – ich freu mich drauf!
Ich hab schon eine ganze Zeit mein Samsung NC20 für mobiles Arbeiten. Das Ding hat inzwischen über zwei Jahre aufm Buckel und eigentlich wollte ich ein neuen Laptop kaufen, vielleicht sogar ein MacBook Air. Aber dann wurde mir bewusst (gemacht), dass das eine Menge Geld ist, der Laptop noch super funktioniert und eher ein bisschen Facelifting nötig ist. Das hier ist also der Auftaktartikel zu einer kleinen Reihe über das Upgrading des Samsung NC20.
Erstmal eine kleine Übersicht über meinen Plan. Zur Zeit läuft auf dem Sammy (das ist in der Samsung-Community wohl der gebräuchliche Nickname) Windows 7 32Bit. Das Betriebssystem wird auch in Zukunft bleiben, ich bin damit eigentlich sehr zufrieden und wenn man Aero und sonstige grafische Effekte ausschaltet, dann hat man auch eine einigermaßen funktionale Arbeitsgeschwindigkeit. Ganz flüssig läuft es aber nicht, deswegen habe ich mir folgende Maßnahmen überlegt:
- Einbau von 2x 2GB RAM
- Einbau einer SSD
- Übertakten der CPU
Das sollte die Geschwindigkeit insgesamt erhöhen. Mehr als 4GB RAM machen keinen Sinn, da eh nur 3,7 GB erkannt werden von der 32 Bit Version, und für die 64 Bit Version von Windows gibt es keine passenden Treiber. Mit dem RAM sollte also das System entlastet werden, während die SSD geringere Zugriffszeiten, schnelleres Start-Up und weniger Stromverbrauch bringen soll – so jedenfalls der Plan. Trotz allem bleibt der Flaschenhals in der Konfiguration der 1,3 GHz Prozessor. Ich hoffe, zumindest auf 1,5-1,6 GHz übertakten zu können, aber das wird das längste und vorsichtigste Projekt sein – wenn das Ding futsch ist, kann ich wohl auch den Laptop hinschmeißen.
Die ersten Arbeitsschritte habe ich schon getan. Erstmal habe ich mich etwas in zwei Foren eingelesen, die mich mit vielen Informationen versorgt haben. Dabei waren auch schöne Artikel über die Einarbeitung von Touchscreens und die Einrichtung von OSX, was mich ja insgesamt reizen würde, aber ich arbeite erstmal an den fundamentalen Sachen. Dann habe ich von der Samsung-Seite mir die neuste BIOS-Version gezogen und installiert und mir schonmal ein kleines Paket an aktuellen Treibern besorgt, die dann im Bedarfsfall nacheinander installiert werden können. Und als letztes habe ich etwas bei Amazon eingekauft: bei dem RAM fiel meine Auswahl auf den Kingston ValueRAM KVR800D2S5/2G DDR2 PC2-6400, und davon gleich zwei Sticks; die SSD soll die Samsung MZ-5PA064/EU 64GB sein – das dürfte ausreichen und liegt mit knapp 90€ noch im vertretbaren Rahmen.
Dann habe ich noch zwei zusätzliche Sachen im Tuning-Plan mit drin, die aber eher eine externe Erweiterung darstellen. Einerseits ist mir aufgefallen, dass ich das WLAN sehr schwach finde und es insgesamt auch schlechte Transferraten hat (und nein, es liegt nicht am Router) – darum habe ich mich, bevor ich irgendwie die Eingeweide des Geräts rausreiße, um neue Antennen zu verbauen, einen AVM FRITZ!WLAN USB Stick N bestellt, um mal zu schauen, ob das dadurch besser wird. Und manchmal, gerade an langen Unitagen, wird die doch sehr lange Akkulaufzeit doch an ihre Grenzen gebracht und deswegen habe ich mir noch einen zusätzlichen Akku auf die Liste gepackt. Etwas mehr zum rumschleppen, aber im Bedarfsfall immer noch handlicher als z.B. das Netzteil. Und dann habe ich noch ein 2,5 Zoll USB-Gehäuse gekauft – wenn ich die 160 GB Platte ausbaue, habe ich einen schönen externen Speicher, man soll ja nichts ungenutzt lassen!
Was mir noch fehlt ist eine gute Displayfolie. Eine der nervigsten Elemente am Samsung NC20 ist das Glossy Display – das würde ich gerne entspiegeln, damit ich auch vernünftig draußen arbeiten kann. Die Kunst dabei wird sein, eine Folie zu finden, die nicht alle Helligkeit schluckt – denn das geht naturgeäß auf die Batterielaufzeit.
Wenn die Amazon-Bestellung eingetroffen ist, gehts hier weiter. Dann werde ich berichten, wie ich die Hardware eingebaut habe, welche BIOS-Einstellungen und Software ich wie konfiguriert habe und wie sich die externen Elemente so im Feldtest machen. Ich probiere das noch etwas netter aufzubereiten und werde dafür mal ein paar Testläufe mit gängiger Software machen.
Anregungen und Tipps sind in den Kommentaren gerne gesehen.
PS: Viele werden es schon wissen, aber ich habe es nach 2 Jahren das erste Mal entdeckt: das Touchpad des Sammys ist ein Multitouchpad, d.h. so Sachen wie Finger auseinanderziehen um zu zoomen und mit zwei Fingern parallel nach unten zu ziehen um zu scrollen sind möglich. Nice!
Nachdem ich mich heute mal intensiver mit der Sicherheit meiner diversen Kommunikationskanäle beschäftigt habe, bin ich über eine Erweiterung zum sehr coolen HTTPS-Everywhere gestoßen.
HTTPS-Everywhere ist ein Firefox-Addon, dass durch die EFF zur Verfügung gestellt wird und mit voreingestellten Seiten (die großen Player: Facebook, Google, etc.) HTTPS-verschlüsselte Verbindungen aufbaut. Das dient dazu, euren Datenverkehr auch z.B. im offenen WLAN vor unliebsamen Mitnutzern geheim zu halten – es lassen sich also nicht so einfach Passwörter etc. aus einem Mittschnitt eurer Daten auslesen. Das Addon macht das also ganz automatisch, aber leider bisher nur bei ausgewählten Seiten, nicht bei allen.
Dafür gibt es den HTTPS-Finder: das Tool, auch eine Firefox-Erweiterung, erkennt automatisch, ob eine Website HTTPS anbietet und bietet dann an, für HTTPS-Everywhere eine Regel zu erstellen, dass diese gesicherte Verbindung in Zukunft genutzt werden soll. Tolles Ding, wenn auch noch im experimentellen Zustand. Bisher hat’s bei mir aber sauber funktioniert.
Für eine Beibehaltung des Tanzverbots hatten sich unter anderem die Kirchen ausgesprochen. Der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Roger Töpelmann, argumentierte, der Karfreitag mache auf Leiden in der Welt, wie in Fukushima und Libyen, aufmerksam. Dieser Gedanke vertrage sich nicht mit Ansichten, die “jedem Bürger zu jeder Zeit freie Selbstverwirklichung zubilligen”. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hatte es selbstverständlich genannt “dass die Ruhe an Karfreitag, einem der höchsten Feiertage der Christen, eingehalten wird”.
Ich habe das dumpfe Gefühl, die Leiden der Welt machen auf sich selbst aufmerksam. Jedenfalls Fukushima und Libyen. Der Rest geht eh unter. Worauf die Kirchen doch aufmerksam machen wollen: das Leiden ihres spirituellen Führers. Und das interessiert, mit Verlaub, doch niemanden mehr großartig. Was also die Kirche für selbstverständlich findet, kann mich mal kreuzweise – gerade wenn sie es mir mit staatlichen Verboten aufzwängen will. Die Verankerung vom Christentum in unserem ach so säkularen System ist doch echt zum Kotzen.
Musik angeworfen, die Fenster der Erdgeschosswohnung auf und vierzehn Stunden Karfreitags-Protest-Chillen mit der Couch auf dem Gehweg. Das ist Protest. un muss man auch fairerweise zugeben: in Berlin interessiert sich nicht mal die Staatsmacht für Feierverbote. Sonst würde hier auch die gesamte Wirtschaft zusammenbrechen. Hier wird einem auch erst am Donnerstag-Abend klar, dass es sowas wie Karfreitag gibt und deshalb die Supermärkte zu haben. Na toll, ein Hoch auf den Burger-Dream-Lieferdienst. Völlerei und Tanzen gegen Papst, Kirchen und Verbote.
[Artikel auf Spiegel Online | Bild via strassenstriche unter CC BY-NC]
Letztens habe ich auf Facebook eine kurze Diskussion darüber gehabt, ob sich Menschen aller materiellen Dinge entledigen sollten, um so wirkliche Freiheit zu erfahren. Es ging um ein Zitat, keine Ahnung, wer das verbrochen hat:
Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun.
Ich habe die Position vertreten, dass gerade bei der Handlungsfreiheit dieses Zitat einfach nur falsch ist. Denn erst durch Mittel, die wir benutzen, sind wir rein körperlich in der Lage, Sachen zu tun, die wir so nie tun hätten können. Als Beispiel: Ohne Computer könnte ich nicht bloggen.
Ausgehend von diesem Gedanken habe ich mir überlegt, wie das auf Erfahrungsfreiheit sich auswirkt. Wahrscheinlich ähnlich: mit bestimmten technischen Hilfsmitteln können wir erst Erfahrungen machen, die uns ohne diese Mittel nie möglich gewesen wären. Auch hier ein Beispiel: es gibt diese Timelapse-Videos, die den Himmel und die Natur filmen und das Filmmaterial dann in Zeitraffer zusammenfassen. Natürlich sollte es zu den Grunderfahrungen des Menschen gehören, seine Umwelt mit allen ihm möglichen Sinnen zu erfassen: das Rauschen der Blätter, der Geruch des Frühlings, das Gefühl durchs Wasser zu gleiten, Regen auf der Haut, heißer Wind um die Nase. Diese Erfahrungswelt sollte man nicht vergessen und nicht abtun. Was die ganzen Hippies und Technikgegner aber vergessen: nur durch Technik können wir darüber hinausgehende Erfahrungen wahrnehmen – zum Beispiel wissen wir durch Technik, wie die eine schöne Wolke, die wir mit bloßem Auge wahrnehmen, sich im Zeitraffer bewegt und im Kontext zu anderen Wolken wunderschöne Bewegungen und Strukturänderungen erfährt. Insofern sollte man also vorsichtig sein mit puristischen Lebensansätzen: wenn wir uns freimachen von allen materiellen Dinge, dann bleiben uns Perspektiven und Entwicklungen verwehrt. Wirkliche Freiheit ist das nicht.









