Folgendes abgefahrenes Video habe ich bei Cagepotato gefunden:

Diese italienische Sportart erscheint mir entweder supermodern oder superantik: da stehen sich ein Haufen Typen gegenüber, und rennen nicht etwa aufeinander los; sie treffen sich in kampfsportähnlichen Einzelkämpfen. Es entsteht dabei eine Mischung aus Massen-MMA und Hoolauseinandersetzung. Irgendwie hat da auch ein Ball was mit zu tun. Obwohl der Ballträger die meiste Zeit hinter den Kämpferlinien steht und nervös auf und ab geht, als ob er befürchtet, dass ihm auf einmal alle Aufmerksamkeit gelten könnte. Die deutsche Wikipedia fasst die Spielregeln so zusammen:

Das Spielfeld ist der Platz Piazza Santa Croce mitten in Florenz, der zum Spiel mit Sand bedeckt wird. Ein Spiel dauert 50 Minuten. Es gibt keine Pausen, unterbrochen wird lediglich, wenn Sanitäter das Spielfeld betreten müssen. Jeweils 27 Männer spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es, einen Ball in das Netz der gegnerischen Mannschaft zu befördern, wobei der Ball mit den Füßen oder den Händen auf beliebige Art gespielt werden darf.

Jeder Spieler darf jeden Gegner jederzeit körperlich angreifen. Dabei sind sowohl Schläge als auch Tritte und ringerische Techniken erlaubt. Es ist lediglich verboten, zum Kopf zu treten und den Gegner von hinten anzugreifen. Ferner darf immer nur ein Mann gegen einen anderen kämpfen. Diese Regeln machen das Spiel zu einer Mischung aus Ball- und Kampfsport, bei dem es viele Verletzungen gibt. Mehrere Schiedsrichter überwachen die Regeln.

Bei arte gibt’s eine Doku, die sich mit den Hintergründen beschäftigt.

 

Ich hab das Gefühl, dass mir der Aufenthalt in Amerika die Freiheit gibt, ungeachtet von sozialem Umfeld und dringenden Aufgaben ein paar Dinge in Angriff zu nehmen, die ich nie so richtig durchziehen konnte. Dazu gehört neben vielen Büchern, die ich gerade lese, auch der ernsthafte Versuch einige Kilo’s zu verlieren.

Warum ich das möchte? Trotz stichelnder Kommentare und recht offensichtlichem fat shaming auch aus meinem Umfeld habe ich mich eigentlich selten optisch unwohl in meinem Körper gefühlt. Und das ist, von der optischen Warte her, auch immer noch der Fall. Ich brauch mich nicht für ein gesellschaftliches Ideal in Schale werfen, auch wenn es desöfteren verletztend ist, zu bemerken, dem nicht zu entsprechen. Gerade emotional zieht man schnell Verknüpfungen zu Ablehnungen im romantischen Bereich. Auf der anderen Seite rutscht einem schnell fat shaming auch in den eigenen Bewertungsmaßstab, was ich oft erst im Nachhinein kritisch reflektiert habe. Was mir aber aufgefallen ist: es gibt ganz konkrete gesundheitliche Folgen von Übergewicht. Schon recht lange habe ich oft bemerkt, wie müde ich den ganzen Tag über war und wie wenig Ausdauer ich in körperlichen Tätigkeiten, die mir eigentlich Spaß machen, bewiesen habe. Ob Konzentrationsprobleme auch dazu gehören, kann ich noch nicht beurteilen. Früher habe ich recht viel Sport getrieben, bis ca. 12 war ich beim Rettungsschwimmen, danach wechselnd beim Kampfsport. Mit dem Umzug nach Berlin habe ich dann aufgehört, weil ich andere Prioritäten hatte.

Die letzten Jahre habe ich dann eigentlich mit durchschnittlicher körperlicher Tätigkeit und viel Essen und Trinken verbracht. Ich würde sagen, ich hatte einen gesünderen Tagesablauf als der durchschnittliche 9-to-5-worker, weil ich viele kleine Strecken per Fahrrad zurückgelegt habe (bis mein Auto kam), mein Hund mich täglich mehrmals rausgetrieben hat und ich viel im Veranstaltungsbereich oder hinter’m Tresen gearbeitet habe. Dafür habe ich aber auch viel gegessen, nicht nur, aber wohl überwiegend ungesund. Ich würde sagen, seit ich nicht mehr vegan lebe, habe ich kontinuierlich zugenommen. Mein größtes Problem ist wohl, dass ich einfach viel esse. Seien es drei Burger, wo andere nach einem satt sind. Oder ein riesiges Frühstück mit Rührei, drei Brötchen, einem Baguette und entsprechendem Belag und Pancakes. Oder einfach nur konstantes Abschmecken in meiner Küchentätigkeit.

Soviel zur Vorgeschichte. Daraus resultieren für mich gerade zwei Sachen, die miteinander verbunden sind. Ich will meinen Körper auf einen gesunden BMI bringen und meine allgemeinen körperlichen Probleme durch Ausgleich in Ernährung und Sport eindämmen bzw. lösen. Vor vier Wochen habe ca. 102 kg gewogen, was einem BMI von ca. 29 entspricht. Mein Ziel sind 80 kg, was einem gesunden BMI von 23 entspricht. Das entspricht eine Gewichtsreduktion von 22kg, die ich in ca. 20-25 Wochen bewältigen möchte. Die ersten Wochen davon sind schon angelaufen. Ich wollte vorher hier nicht posten, um mich nicht nach drei Wochen zu ärgern, weil ich nicht durchgehalten habe.

Kurz zu meinem Konzept: ich mache keine große Ernährungsumstellung. Ich bin es gewohnt, in aller Regelmäßigkeit selbst mein Essen zuzubereiten und kann daher die Zusammensetzung weitestgehend durch meinen Einkauf bestimmen. Ich hab noch nie viele Süßigkeiten gegessen und auch keine große Schwäche für Chips. Immer mal wieder alles, aber nie öfter als 1-2x im Monat. Meine Problematiken lagen eher in der Menge des Essens und in den Getränken – ich hab gerne und viel Mate, Cola und andere Soft Drinks voller Zucker genossen und zwar in Mengen, die leicht 2 Liter am Tag überstiegen. Das probiere ich gerade mit Diet Coke und Coke Zero zu kompensieren, vor allem aber mit der Ansage: nur eine Dose am Tag. Außerdem esse ich einfach weniger und, um das psychologisch abzurunden und überhaupt zu ermöglichen, trage ich die Sachen fein säuberlich in die iPhone-App „ShapeUp“ ein. Mein Limit ist ca. 1600 Kalorien am Tag und wenn man drauf achtet, klappt es tatsächlich, da ohne Probleme drunterzukommen. Es ist halt wirklich viel Psychologie dabei, z.B. bei Subways nur das 6-inch-Sandwich statt des footlong zu nehmen. Aber es wirkt.

Die ersten Tage hatte ich echt zu kämpfen, meinen Appetit und meinen Hunger in die neuen Kategorien reinzunehmen. Ich kann mir vorstellen, dass sich das ungefähr mit leichter psychischer Abhängigkeit von Betäubungsmitteln vergleichen lässt. Aber ich habe schnell realisiert, dass die Kaloriengrenze bestrafend wirkt: wenn ich zum Mittag 1000 Kalorien gegessen habe, blieb mir nicht mehr viel für andere Mahlzeiten. Das bedeutete Hunger und den wollte ich vermeiden. Darum habe ich das mehr verteilt und bin automatisch zur Ausgeglichenheit übergegangen. Und mein Hungergefühl lässt Tag für Tag nach, ohne dass ich mich nur von Salat und Fatfree-Produkten ernähern muss. Abgesehen von den Getränken tue ich das auch tatsächlich kaum.

Die zweite Ebene ist Ausdauer- und etwas Kraftsport. Ich habe einfach mal wieder angefangen zu laufen und das in einer Regelmäßigkeit, die mich selbst erstaunt. Ich bin konstant die letzten Wochen alle 2-3 Tage laufen gegangen, dabei getrackt von der iPhone-App „runtastic„, und hab mich von 2.9 auf 5.5 Kilometer und von 17 auf 33 Minuten gesteigert. Und ich muss sagen: ich fühle mich großartig. Nach dem Laufen lege ich noch eine Sit-und-Push-Up-Runde ein, mit einigen Variationen. Danach ist der Tag für mich durch. Aber auch hier: das hat auch psychische Effekte. Der Stolz, seine Ziele zu erreichen, die Fitness, die man im Alltag bemerkt. Die Belohnung, die man sich selbst versprochen hat. Aktuell waren das für mich Laufschuhe, die ich mir selbst für den Monatsanfang versprochen habe und heute gekauft habe – neue New Balance Treter, vorher ein Kurztest im Schuhladen, um herauszufinden wie ich laufen. Ergebnis: neutral, mit ein ganz wenig Innendrall. Darum auch neutral shoes, die New Balance M990GL3. In vier Wochen und mit 7.5 km Trainingstrecke und/oder 60 Minuten Lauflänge spendiere ich mir eine Pulsuhr. So halte ich mich motiviert.

 

Wie gesagt, das alles zeigt Wirkung. Am 10. Juni werde ich das erste Mal schauen, ob es sich auch gewichtsmäßig auswirkt, aber da meine Sachen alle etwas schlackern, denke ich schon. Aber was mein allgemeines Gesundheitsempfinden angeht: ich fühle mich deutlich, deutlich fitter, komme besser durch den Tag und bewältige auch große Herausforderungen wie die Bergbesteigung in West Virginia. Das ist irgendwie schon cool. Ich hoffe, dass es sich auch auf die Konzentration gut auswirkt, dann hab ich nämlich ein guten Push für meine Examensvorbereitungen. Auf jeden Fall glaube ich, dass deutlich anders nach Deutschland zurückkommen werde als mich mein Umfeld in Erinnerung hatte.

 

Was es inzwischen alles gibt. Wem Parcour zu anstrengend ist, wer sich  bei Graffiti nicht die Hände schmutzig machen will und wer gar keine Techno mag und deswegen nicht zu den Untergrundpartys in abgranzten Häusern geht, für den hat die Welt eine neue Kategorie: Urban Exploration! Das ist im Grunde die Sportart des Hausfriedensbruch. Mach-was-du-willst gepaart mit kindlichem Entdeckungsdrang.

Hört sich das jetzt alles zynisch an? Ich will nur aller Kritik vorangreifen, weil ich find das Ding recht cool. Es gibt schon Dokus dadrüber, die unter dem Artikel eingebunden habe, wo die Aktivsten betonen: Ey, es gibt hier keine Regeln, Urban Exploration ist das, was du machst und wo du es machst. Auf Brücken klettern fällt genauso darunter, wie mal in Krankenhaus gehen. Es geht den Interviewten darum, ein Gefühl für die Stadt zu bekommen, seine Grenzen zu erforschen, seinen Horizont zu erweitern – und das im Selbstzweck, also nicht versteckt hinter anderen Aktivitäten wie Graffiti (wieviele sprühen nur für den Kick ohne Zugang zum eigentlichen Akt?).

Ich glaube, das ist auch ein cooles Ding um kollektiv die Geschichte der Stadt zu erforschen. Ich würde gerne mal die alten Transportkanäle unter den Friedrichshainer Schlachthöfen sehen. Oder bestimmte Teile des Tempelhofer Flughafens. Oder bestimmte Villen in Dahlem. Es gibt echt viel, womit ich mich in der Stadt noch nicht beschäftigt habe und was einfach weggeschlossen wird – warum eigentlich? Um es fernab von allen Blicken zu konservieren, um der Konservierung, nicht des gesellschaftlichen Erhalts, willen? Und ich würde auch gerne damit körperliche und geistige Herausforderungen verbinden – das Planen, das Ausforschen, die Recherche nach Einstiegsmöglichkeiten und dann die Handlung selber – durch eklige Suppe laufen im Kanal, bei Regenfall im Untergrund fast weggespült werden, 100m in der Luft an einer Mauer langtasten – schon beim drüber nachdenken läuft mir ein Adrenalinschauer über den Rücken. Und dazu kommt dann noch das Gruppenerlebnis.

Was ich glaube ich nicht machen würde: das ganze filmen, fotografieren etc. – abgesehen von der allgegenwärtigen Repressionbedrohnung, die nunmal da ist, wenn man außerhalb der Norm handelt, finde ich es auch schade, solche Momente, solche unikaten Situation, irgendwo zu drauf zu bannen und der Welt zugänglich zu machen. Es entwertet mir die Story. Vielleicht 1-2 Triumphfotos, aber mehr auch nicht. Lieber drüber schreiben, daraus eine Geschichte machen, die man irgendjemand über den Kaffeetisch oder seinen Kindern vor dem Einschlafen erzählt.

Ich glaube, ich habe einen Plan für Berlin, wenn ich wieder da bin!

[Dokumentationen via Nerdcore]

Crack The Surface – Episode II from SilentUK on Vimeo.

Crack The Surface – Episode I from SilentUK on Vimeo.

 

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Jeah, nicht nur in Berlin gibt es ein Longboard-Angebot, das auf weibliche Longboard-Fahrerinnen zusammengeschnitten ist. In Madrid hat das eine echt coole Dimension erreicht. Die Longboard Girls Crew fährt da nämlich nicht nur zusammen, sondern die sind auch medial aktiv, stellen Videos und Fotos online und haben eine ziemlich gut gemacht Webpräsenz. Großartig dabei das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis, was an den Tag gelegt wird:

Longboard Girls Crew (LGC) was created by a group of girls that tired of being always a minority in male dominated crews, understood that something had to be done to fill a void existing within the world of longboarding: an international female longboarding community. These girls realized that when skating together the vibe was different, they felt more confident, relaxed and couldn’t but imagine that same happened everywhere else. So, why not encourage this kind of encounters to take place more often? Where are the girls and how can we get them together?

Since its beginnings LGC has gradually become a supportive platform that allows the interaction between girls who skate or are interested in taking up longboarding find a place where they can meet other girls, show their talent, create local crews, share tips, where skate-meetings are arranged etc. In short a place that spreads the stoke from the girls point of view.
Talented female skaters have been practicing and competing at a professional level since the 1960’s, yet the sport still continues to be plagued by the usual gender stereotypes; people are surprised to see girl skaters, and even girls themselves have been put off by skating. Perhaps this happened in part because a community and support network like LGC didn’t exist up until now.

Da sich die LGCs auch als international verstehen, wäre das für die Berliner FrauenRollRunde vielleicht ein An- und Verknüpfungspunkt. Aber nun genug der Worte, die Girls in Action kann man jetzt hier sehen:

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Die erste Frauenrollrunde ist wohl auf Interesse gestoßen und hat deshalb einen regelmäßigen Termin bekommen.

Ab sofort treffen wir uns jeden Montag um 19.00 Uhr von dem Lassrollen Shop in der Grünbergerstr 42 Berlin und rollen gemütlich los.

Wir wurden uns freuen dass auch diejenigen, die gerade erst angefangen haben mit Longboarden mit uns kommen.
Unsere Runde ist eben seeehr gemütlich und ohne Stress!!!!

KLEID nicht vergessen :-)

Bis Montag
Maja

Na dann wünsche ich ich viel Spaß dabei! Berichte und Fotos wären cool.

[Bild via sk8cinema]

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Ziemlich coole Aktion, die der Berliner Longboard-Shop “lassrollen” da rausgibt. Für eine selbstbewusst-feministische Boarderkultur!

Für alle Mädels, die sich mittwochs bei der RollRunde doch nicht so ganz trauen aber gerne mit Longboard fahren wollen, haben wir die 1. FrauenRunde ins Leben gerufen.

Wir treffen uns am kommenden Samstag, den 2.April vor dem Lassrollen Laden in Grünbergerstr. 42 um 15.00 und rollen gemeinsam auf einen ruhigen Ort wo man ein bisschen trainieren kann.

Wer Lust hat aber kein Longboard dabei, bei Tom kann man sie bestimmt ausleihen.

Was: FrauenRunde
Wann: Samsteg, den 2. Arpil 2011 um 15.00
Wo: Lassrollen Laden Grünbergerstr. 42

Bis dahin!

Maja

 

 

[Foto via bea-t | CC-Lizenz]

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Großartig, einfach nur großartig. Die Musik stimmt, die Moves stimmen, die Landschaft stimmt, das filmerische Handwerk stimmt. Echt super.

[via f!xmbr]