Wenn ich mir die deutschen Reviews zum Kinostart von „The Hobbit“ anschaue, fühle ich mich irgendwie, als ob sich kaum jemand mit dem Werk auseinandergesetzt hat. Der große Vergleichspunkt ist LOTR in seinen Verfilmungen, nicht „The Hobbit“ selber. Sehr befremdlich. Anders als die ganzen coolen Rezensionen kann ich gar nichts zur 3D-HFR-Version sagen, ganz simpel, weil ich 3D hasse und wir deshalb mit unser kleinen Fan-Gruppierung in die „normale“ Mittwochs-Preview am Potsdamer Platz im Originalton gegangen sind.

Mir ist aufgefallen, dass meine Freunde alle zu alt werden, um so einen Quatsch wie „ich verkleide mich als irgendwas und ziehe alle Blicke auf mich“ in einer Filmpremiere mitzumachen. So kam es, dass ich als einziger im Waffenrock und mit schwarzem Reisemantel, vermummt mit schwarzem Tuch, etwas verloren zwischen einer stinknormalen Kinobesuchergruppe am Potsdamer Platz stand. Zwischendrin kamen zwar andere Gruppen vorbei, die es aber für meinen Geschmack deutlich übertrieben haben – ich habe bewusst das LARP-Schwert zu Hause gelassen. Im Kino selber haben mich dann Kapitalismus-Söldner der LARP-Szene ausgemacht, die bezahlt wurden, um gute Stimmung zu verbreiten (wahrscheinlich, weil halt keiner mehr außer mir den Quatsch freiwillig macht), und kamen auf mich zugerannt. „Du bist doch bestimmt Herr-der-Ringe-Fan!“ „Ähhh … ich will zu „The Hobbit““ „Ja, genau, Herr der Ringe, hier bekommst du einen Anhänger von uns geschenkt.“ – nettes Geschenk, aber verwirrendes „Gespräch“. Ich will zum Hobbit, nicht zu Herr der Ringe. Also nochmal für alle zum Mitschreiben, was mir bei dieser Rezension wichtig ist: „Der kleine Hobbit“ ist nicht „Herr der Ringe“!

Zum Film: Schön. Sehr schön. Aber … ach. – Ich bin ziemlich begeistert von der Detailversessenheit, mit der das Buch umgesetzt wird, die aber auch erwartbar war vor dem Hintergrund, dass ein paar hundert Seiten in drei Filmen untergebracht werden. Ich war frustriert von den Brückenschlags-Ergänzungen, die Jackson gemacht hat, um sein Filmuniversum abzurunden. In meinem Empfinden hatte „Der kleine Hobbit“ mit dem restlichen Tolkien-Komplex nämlich nur geringfügiges Anknüpfungspotential, und das scheint Jackson halt irgendwie übertünchen zu wollen – was zwangsläufig darin endet, dass sich das Spannungsfeld zulasten des Filmes auf der Leinwand zeigt. Mir fehlen einige Sachen, die den Film für mich abgerundet hätten: die epischen Darstellungen der Hintergründe waren in Ordnung, aber hier hätte viel mehr erzählerisches Potential kommen müssen, die Stimme aus dem Off war selten da. Das gleiche Problem bei der Figur Gandalf: dadurch, dass sie unkommentiert soviel Raum bekommt, verdrängt sie Bilbo als eigentlich Hauptfigur des Films massiv – hier hätte man mit einer Omnipräsenz des erzählenden Bilbos gut gegensteuern können.

Was mich wirklich begeistert hat, war der Witz, den die Umsetzung hatte. Bei diesen Stellen war es ganz offensichtlich, dass hier ein Kinderbuch vorlag, und ich hätte gerne mehr gelacht. Das hat das alles sympathisch gemacht und mich daran erinnert, wie ich das als Kind gelesen habe und leise unter der Bettdecke, ganz stilecht mit Taschenlampe, vor mich hingelacht habe. Jackson hätte im Großen und Ganzen gut daran getan, das Buch nicht als Ergänzung zu „seinem“ Herr der Ringe zu verfilmen, sondern als solches Kinderbuch, das es halt ist – mit all den schrulligen und unschuldigen Details, wegen denen man es als Erwachsener auch noch gerne liest. Mehr Mut zum Kind!

Ich bin sehr gespannt, was die nächsten Teile bringen und *spoiler* ob der Albino-Ork eine schönere Hand findet.

Bild: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 by Rob Chandler (http://www.flickr.com/photos/96147639@N00/319251960/)

 

Im Gegensatz zu vielen anderen alten Fans fand ich die Tron-Fortsetzung im Kino gar nicht mal schlecht. Besonders der Soundtrack hat’s mir angetan, Daft Punk hat da eine saubere Platte rausgebracht (Geheimtipp: die Remix-CD!). Nun hat sich Disney gedacht, dass man die Reihe auch nochmal als Animationsserie verwursten muss und hat es in fast jeder Hinsicht vermasselt. Nur ein kleiner Trost ist es, dass es den Pilot kostenlos auf Youtube anzuschauen gibt (evt. aus Deutschland per US-Proxy).

Die Pilot-Folge führt den Charakter Beck (gesprochen von Elijah Wood) ein, ein Programm, dass in am Rande des Grids in der Stadt Argon City in einer Mechaniker-Werkstatt arbeitet. General Tesla nimmt diese Stadt unter seine Fittiche, wobei ein mit Beck befreundetes Programm eleminiert wird. Erzürnt durch diese Ungerechtigkeit rebelliert er und nimmt das Aussehen von Tron, dem berühmten Überwachungsprogramm an, um den Geist der Resistancé in den anderen Programmen zu wecken. Dabei trifft er auf den richtigen Tron, der ihn auswählt, seinen Kampf weiterzuführen.

Es ist natürlich problematisch, die Serie mit den bisherigen Filmen zu vergleichen, schon vom Budget dürften die total unterschiedlich sein. Und doch, es gibt Inkonsistenzen, die einfach zu stark sind, als das man sie unkommentiert lassen sollte. Die ganze Pilot-Folge macht den Eindruck, als sei sie nur halb durchdachte. Es gibt eine Hälfte, die fügt sich wunderbar ein. Und es gibt eine andere Hälfte, die dann den Drift in die falsche Richtung nimmt. Beispiele?

  1. Die Story: Die Grundkonzepte hat man verstanden. Das Grid wird von Programmen bevölkert und es gibt dominate Programme, die vor allem mit der Sicherheitsstruktur zu tun haben, und unterwürfige Programme, die andere Aufgaben (Wartung etc.) übernehmen. Aber danach geht alles schief: bisher basierte die Tron-Reihe auf einem visualisierten Computersystem, dass keine Abweichungen, höchstens Bugs kannte. Die moralischen Entscheidungen wurden nicht durch die Programme oder Daemons vorgenommen, sondern von außen durch die Flynns in das System gebracht. In diesem Fall gibt es aber keine Beeinflussung von außen, sondern ein Programm nimmt jenseits seiner Aufgabe eine moralische Entscheidung vor und zeigt Eigeninitative – anders als z.B. in Tron:Legacy, wo der Glauben an den User zumindest eine indirekte Beeinflussung nahelegte. Die Serie läuft so dem eigentlichen Konzept von der Beziehung zwischen den Programmen und der Rolle der User entgegen.
  2. Setting: Man nutzt das Setting aus, die Grid-Struktur hält für actiongeladene Szenen schöne Überraschungen und Effekte bereit. Aber auch hier fehlt das Auge für das Detail: Light Cycles werden eingebaut, natürlich – es sind die Markenzeichen. Aber die programmgerechte Bewegung (immer im exakten Abstand voneinander, zum Boden und zu den Wänden) von z.B. den Recognizer (fliegenden Sicherheitsdaemons) fehlt, genauso die immergleichen Bewegungen der bekannten Panzer. Das hätte man leicht einbauen können, wenn man sich mit den Filmen beschäftigt hätte.
  3. Animation: Total subjektiv, aber das ist eine Rezension, darum will ich drauf rumhacken. Auch hier das 50:50-Prinzip – die Hintergründe spiegeln sehr schön das Grid wieder, und auch die Objekte fügen sich gut ein. Die Charaktere hingegen sind meiner Meinung nach schrecklich gestaltet und passen nicht in das Setting. Mit langen Beinen und im Gegensatz dazu verkürzten Körpern und sehr kantigen Linienführungen wollte sich wohl jemand ganz abstrakt-indie vorkommen. Brrr.
  4. Die Musik: Oh yeah. Ich höre das Theme raus, ich höre den musikalischen Gedanken der Soundtracks. Aber das wars, bis auf wenige Augenblicke, wo sie vertraute Qualität annimmt und für Spannung sorgt. Für die Serie hätte man echt mal die Remixe vom T:L-Film benutzen sollen, oder sich zumindest in die Richtung bewegen sollen. So bleibt es nur Hintergrundgedudel, dass sich an berühmten Tonfolgen orientiert.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, wie die Herren von Kettcar irgendwann mal gesungen haben. Lieblingszitat. Es fehlt hier soviel Kick in der Serie, dass es das Label Tron einfach nicht wert ist. Ansonsten ist es aber solide Unterhaltung. Das Setting wird in schnellen Actionszenen ausgenutzt und die Handlung bleibt unterhaltsam und an manchen Stellen packend.

Fazit: Die Pilotfolge enttäuscht als Bestandteil der Tron-Reihe. Sie stellt aber solide Nachmittagsunterhaltung dar und hat noch Raum, sich zu entwickeln. Den muss sie auch nutzen, um plausibel mit den großen Brüdern korrespondieren zu können.

 

 

Das wunderschönste NY-Video, das ich seit langem gesehen habe. Das ist mir doch glatt einen Post hier wert. Das macht mich echt fertig – ich will zurück.

[via Kraftfuttermischwerk]

 

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Der Alptraum vieler eingefleischter Großstädter passiert ausgerechnet Zoey Hart, eine ambitionierte, junge Chirurgin mit viel Talent: sie sieht sich gezwungen aus New York in das amerikanische Hinterland zu ziehen, genauer in den Ort Bluebell im US-Bundesstaat Alabama. Eine Gegend, in der man morgens mit Blick auf die Konföderiertenflagge aufwacht und ein beschauliches Leben führt, eine Gegend die, so die Aussage eines Bewohners, Hurrikane “Katrina” überlebt hat, in dem alle gemeinsam angepackt, Sandsäcke aufgeschichtet und sich eingegraben haben – ohne externe Hilfe von der großen Welt da draußen. In diese kleinstädtische Gemeinschaft stößt nun Dr. Hart – sie soll ein Jahr als Allgemeinmedizinerin arbeiten, anders kann sie ihre chirurgische Fachausbildung nicht fortsetzen. Also folgt sie den seltsamen Einladungen des Dr. Wilkes, der ihr schon seit Jahren einen Platz in seiner Praxis in Bluebell offeriert. Gerade erst angekommen, findet sie sich mitten in Nachfolgestreitigkeiten wieder: Dr. Wilkes erst vor wenigen Wochen gestorben und hat aus unerfindlichen Gründen Zoey die Praxis hinterlassen – sehr zum Missfallen seines Partners Dr. Breeland, mit dem sie sich nun die Praxisräume teilt, der aber eigentlich auf eine komplette Übernahme nach dem Tod von Dr. Wilkes gehofft hatte. Dessen designierter Schwiegersohn, George Tucker, ist einer der wenigen Menschen in Bluebell, die Zoey nach ihrer Ankunft mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie in die Feinheiten der Kleinstadt einführen, auch wenn das die Verlobte gar nicht gerne sieht und sie sogleich zur persönlichen Feindin erklärt. Oder ihr, wie im Falle ihres Nachbarn Wade, tatkräftig beim Bewältigen der ersten Hindernisse helfen – denn eine Begegnung mit einem, wenn auch handzahmen, Alligator ist für die New Yorker Jungärztin schnell überfordernd. Und dann ist da noch Lavon Hayes, der afroamerikanische ehemalige Football-Star, nun Bürgermeister mit 99 Prozent Wahlerfolg, mit dem unergründlichen, aber immer strahlenden Lächeln auf dem Gesicht …

Gerade diese absurden Charaktereinwürfe machen diese Serie zu einer der interessantesten Neustarts der Fall-Season – ein unglaublich gut gelaunter, relaxter schwarzer Bürgermeister in den Südstaaten? Die Serie lebt von ihren Klischees und Konterklischees, die auf beeindruckend simple Art und Weise den Unterschied von Stadt und Land erklären und dabei eine Momentaufnahme der Alabama-Seele dezent in den wohltemperierten Hintergrund stellt. Trotz Finanzkrise, trotz Katrina – die Leute halten zusammen, packen mit an und ziehen sich gegenseitig aus dem wortwörtlichen Sumpf. Das Modell scheint zu funktionieren – doch welchen Preis hat es, und wie stabil ist es? Die Offenheit der Leute gegenüber Fremden ist – nun ja – reduziert und Zoeys herablassende NY-Halbgöttin-in-weiß-Art gibt aller Sympathie den Rest. Hier muss sie anfangen, sich neu zu beweisen und sich neue Kompetenzen zu erarbeiten. Ihr Charakter steckt voller Wissen, aber ohne menschlichen Schliff und Bluebell kann für Zoey nur eine große Funktion haben: erwachsen zu werden. Die Pilotfolge lässt hier viel Raum offen, in welche Richtung die Entwicklung geht, aber Selbstfindung und Growing-Up wird definitiv dazu gehören, wobei für diese Thematiken Rachel Bilson die perfekte Besetzung ist: durch ihre aktuellen Projekte (“New York I Love You”, “Waiting For Forever”) scheint auch die Schauspielerin aus dem Schatten ihres Teenie-Erfolgs “O.C. California” herauszutreten und sich davon zu emanzipieren.

Die Pilotfolge gibt hier also Aussicht auf eine grundsolide, sympathische und entwicklungsfähige Serie ohne große Neuigkeiten, dafür aber mit viel Charme.

 

Hart Of Dixie–Trailer
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Letztens habe ich auf Facebook eine kurze Diskussion darüber gehabt, ob sich Menschen aller materiellen Dinge entledigen sollten, um so wirkliche Freiheit zu erfahren. Es ging um ein Zitat, keine Ahnung, wer das verbrochen hat:

Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun.

Ich habe die Position vertreten, dass gerade bei der Handlungsfreiheit dieses Zitat einfach nur falsch ist. Denn erst durch Mittel, die wir benutzen, sind wir rein körperlich in der Lage, Sachen zu tun, die wir so nie tun hätten können. Als Beispiel: Ohne Computer könnte ich nicht bloggen.

Ausgehend von diesem Gedanken habe ich mir überlegt, wie das auf Erfahrungsfreiheit sich auswirkt. Wahrscheinlich ähnlich: mit bestimmten technischen Hilfsmitteln können wir erst Erfahrungen machen, die uns ohne diese Mittel nie möglich gewesen wären. Auch hier ein Beispiel: es gibt diese Timelapse-Videos, die den Himmel und die Natur filmen und das Filmmaterial dann in Zeitraffer zusammenfassen. Natürlich sollte es zu den Grunderfahrungen des Menschen gehören, seine Umwelt mit allen ihm möglichen Sinnen zu erfassen: das Rauschen der Blätter, der Geruch des Frühlings, das Gefühl durchs Wasser zu gleiten, Regen auf der Haut, heißer Wind um die Nase. Diese Erfahrungswelt sollte man nicht vergessen und nicht abtun. Was die ganzen Hippies und Technikgegner aber vergessen: nur durch Technik können wir darüber hinausgehende Erfahrungen wahrnehmen – zum Beispiel wissen wir durch Technik, wie die eine schöne Wolke, die wir mit bloßem Auge wahrnehmen, sich im Zeitraffer bewegt und im Kontext zu anderen Wolken wunderschöne Bewegungen und Strukturänderungen erfährt. Insofern sollte man also vorsichtig sein mit puristischen Lebensansätzen: wenn wir uns freimachen von allen materiellen Dinge, dann bleiben uns Perspektiven und Entwicklungen verwehrt. Wirkliche Freiheit ist das nicht.

 

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Uh yeah, mal wieder eine Fantasy-Serie aus dem Hause STARZ. Wer nach Spartacus noch nicht genug hat, kommt jetzt wieder voll auf seine Kosten. STARZ scheint gerade die Eigenheit zu haben, bestimmte halb-fiktionale Sachverhalte komplett zu verunstalten, mit Gewalt- und Sexszenen aufzupeppen und mit einigermaßen moderner Sprache zu versehen. Das ist das Konzept, das schon die beiden Spartacus-Serien bestimmt hat, und dieses Konzept soll wohl, wenn auch in abgeschwächter Form, für Camelot dienen.

Camelot, dass ist diese Burg im englischen Pferd-und-Schwert-Zeitalter. Schauplatz der Sage um Artus, Merlin und diversen anderen Akteuren. Die Story wurde schon sehr oft verarbeitet, u.a. in der Verfilmung der Bradley-Buchvorlage “Die Nebel von Avalon”. Wer sie nicht kennt: Wikipedia durchforsten.

Die Pilot-Folge behandelte den Tod von Uther Pendragon und die Offenbarung des Artus als rechtmäßigen Thronfolger. Seine Schwester Morgan, die entweder Vision hat oder auf ziemlich üblem Zeug ist, spielt in der ganzen Sache eine eher unrühmliche Rolle, strebt sie doch auf ihre Art und Weise den Thron an. Ein Toter hier, eine Tote da, ein Wort gibt das andere und schon kommt es zur Fehde zwischen diversen Protagonisten. So weit, so gut. Dabei macht aber gerade Jamie Campbell Bower, der Artus spielt, eine überragend schlechte Figur. Als Bauer hätte ich Merlin echt gefragt: “Dieser weltfremde Sunnyboy-Nerd soll König sein? Da nehm ich lieber Julian Assange.” Seine Reden sind Wischi-Waschi, werden kaum vom Soundtrack unterstützt und rufen in mir nur ein Gähnen hervor.

Was positiv hervorzuheben ist, sind die schönen Kulissen und Drehorte und die Rolle des Merlin, der recht erfrischend von Joseph Fiennes dargestellt wird und deutlich vielschichtiger aufgebaut ist als die restlichen Charaktere, die eher einfach gestrickt sind. Er ist sich über seine großen Aufgaben bewusst, hält sich immer wieder dezent im Hintergrund und scheint auch manchmal an den Ansprüchen zu verzweifeln. Ich glaube, so menschlich habe ich Merlin selten in einer Darstellung erlebt.

Am Ende bleibt festzuhalten: kurzweilig ist das STARZ-Konzept ja, aber für den anspruchsvollen Serienbegleiter ist auch Camelot nur Frühstücksfernsehen. Es gibt viele Wege, die Stoffgeschichte aufzubereiten, z.B. könnte man durch historisch genaue Darstellungen punkten. Aber diese Art der Darstellung, mit diesen Schauspielern, kann mich nicht von der Couch schmeißen. Da schaue ich mir lieber, übrigens auch von STARZ, nochmal Pillars Of The Earth an, das hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht bringt ja auch “Game Of Thrones” eine ansehbare Alternative ins Spiel?

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Einige erinnern sich noch an das vier Staffeln laufende Prison Break, das recht lange die  Serienwelt im Atem hielt. A&E hat jetzt mit Breakout Kings angefangen, die quasi ein Spin-Off der Prison-Break-Idee darstellen.

Die Breakout Kings sind nämlich keine geflohenen Verbrecher, sondern das verquere Gegenteil: sie sind Straftäter, die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten den Strafverfolgungsbehörden im Rahmen einer speziellen Einheit helfen sollen, entflohene Knastausbrecher wiederzufinden. Dieser Deal beschert ihnen den Aufenthalt in einem “Minimal Security”-Knast, wo normalerweise nur White-Collar-Crime-Manager-Häftlinge einsitzen und wo es dementsprechend eine recht angenehme Haftzeit gibt. Außerdem bekommen sie für jeden Häftling, den sie wieder einfangen, einen Monat Haftzeit abgezogen. Im Gefängnissystem der USA ist das kein Deal, den man leichtfertig ausschlägt, und jeder hat noch seine eigenen Gründe, warum er so schnell wie möglich aus dem Knast will …

Die Einheit wird geleitet vom Charlie Duchamp (Laz Alonso), einem U.S. Marshal, der von Ray Zancanelli (Domenick Lombardozzi) in der operativen Bewältigung der Aufgabe und von Julianne Simms (Brooke Nevin) in der Recherche unterstützt wird. Charlie ist dabei der eher gesetzestreue Cop, während Ray es mit strafprozessualen Vorschriften nicht so genau nimmt und den harten Jungen raushängen lässt. Der Kern der Einheit sind aber vier Strafgefangene, die aufgrund ihrer Fähigkeiten ins Team geholt wurden: 

  • Dr. Lloyd Lowery (Jimmi Simpson) als spielsüchtiger Psychologe. Er nervt zwar in seiner besserwisserischen, überheblichen Art seine Kollegen, liefert aber wichtige Erkenntnisse über das Innenleben der entflohenen Straftäter und ihre Motivation zu bestimmten Handlungen. Jimmi Simpsons spielt diesen Charakter recht gut, er ist einer der wenigen in der Serie, die ein paar mehr Schichten zu scheinen haben, als man zuerst vermuten will. Gerade zu seiner Mutter unterhält er eine interessante Verbindung.
  • Sean „Shea“ Daniels (Malcom Goodwin) ist der Businessman der Gruppe. Er kennt sich in allen Arten der Verbrechensorganisation und der Untergrundstrukturen aus. Als Mann der Straße kennt er entsprechende Gepflogenheiten und kann pragmatische Einschätzungen gerade im Bereich der organisierten Kriminalität geben.
  • Fritz Gunderson (Brock Johnson) nimmt die Rolle des Haudrauf ein. Eigentlich hat man dafür ja schon Ray als harten Cop, aber von den toughen Kerlen kann man nie genug haben … oder? Auf jeden Fall kann Fritz seine Hände und seine Umgebung in tödliche Werkzeuge verwandeln, hat gleichzeitig aber auch eine perfide Lust an dieser Tödlichkeit entwickelt.
  • Philly Rotchliffer (Nicole Steinwedell) soll den Charmebolzen der Gruppe präsentierten. Sie ist irgendeine Schönheitskönigin gewesen und macht genau das: rumschönheiten. Mäßig produktiv.

Letztendlich muss man sagen, dass das Setting arg gestellt wirkt. Es erinnert an irgendwelche Superheldendinger, wo sich die großen Vier mit den Über-Fähigkeiten zusammenfinden. Irgendwie merkt das die Serie auch selber und zerbricht diese künstliche Gruppe schon in der ersten Folge. Ohne zuviel zu spoilern kann man sagen, dass dadurch aber kaum was besser wird: man merkt, dass daraus nichts neues entsteht, sondern eigentlich nur mit den Scherben weitergearbeitet wird. Dabei ist die Serie nach dem klassischen Crime-Schema aufgebaut: eine Folge, ein gelöster Fall. Dafür, dass Breakout Kings im Fahrwasser von Prison Break fährt, ist der ganze Aufbau erstaunlich platt und wird die Fans von Prison Break kaum begeistern können.

Für die abendliche Unterhaltung ganz nett, aber austauschbar. Die Twists sind vorhersehbar, die Charakterdarstellung z.T. äußerst flach, die Besetzung inkonsistent. Einzig die Leistungen von Jimmi Simpson und Domenick Lombardozzi lockern die Sache auf und machen es dann doch immer mal wieder interessant, hinzuschauen.

Warum die Typen eigentlich Breakout Kings heißen: darauf hat nichtmal die Serie eine vernünftige Antwort – “Breakout Kings? That doesn’t make any sense … we’re not breaking out.” …. “Nahhh ….”

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Wenn was geht, dann Gangster-Mario. Besonders schön und stilvoll: Toad!

 

[via Amy&Pink]

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<3 Dogs

<3 Skateboarding

<3 Dogboarding

 

[via Nerdcore]

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Whohooo, was für ein Kurzfilm. Total freakig, super gemacht. Es geht um Blinky, einen Roboter, der zum Putzen und zur Kinderbetreuung programmiert wurde und als Familienmitglied zählen soll – so jedenfalls die Werbung. Aber manchmal passieren seltsame Sachen, denn wie wusste es schon Dan Magan? Robots need love, too.
 

Blinky™ from Ruairi Robinson on Vimeo.

 

[via Caschy]

 

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Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag an dieses außergewöhnliche, großartige Arschloch! Wir lieben dich, William.

Und zu diesen Festtagsehren eine kleine Sammlung an Videos.

 

 

 

 

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Mad Love, eine recht neue Serie von CBS, schien mir erstmal sehr schnulzig in der Aufmachung daherzukommen. Das Logo sieht scheiße aus und die Darsteller, ach naja, seltsam: Jason Biggs bestimmte in den American Pie Filmen die Pubertät einer ganzen Jugendgeneration, Sarah Chalke ist eine gute Bekannte aus Scrubs, Judy Greer kennt man aus diversen Serien und Schnulzenfilmen. Einzig Tyler Labine sah im vornherein schonmal gut aus, hatte er doch in Filmen wie “Zak & Miri make a Porno” oder Serien wie “Sons Of Tucson” mitgewirkt. Das war zwar kein hochqualitativer Anspruch bisher, aber sein Ekelpaketimage hat er bisher auf eine Art und Weise gepflegt, die mich immer mal wieder zum Schmunzeln brachte.

Die erste Folge hab ich mir also mal angeschaut. Letztendlich wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht: langweilige Lovestory und wenig Witz. Labine reißt dass zwar immer mal raus, weil er doch den einen oder anderen guten Joke macht, aber ansonsten: laaaaangweilig. Ich bin nicht warm mit der Serie geworden. Der Inhalt der Pilotfolge ist schnell erzählt: Typ A trifft Schönheit B, die beiden lernen sich kennen und verknallen sich, dabei sind auch Wingman Typ C und ihre beste Freundin D. Die beiden können sich nicht so richtig ab und giften sich an. Aber A vergisst mit seiner Ex Schluss zu machen, was in einer unschönen Szene endet. Letztendlich renken das aber C und D mit reichlich rumgegifte wieder ein. Als Zuschauer wird man mit der Frage im Sessel gelassen: Warum zur Hölle soll ich das nochmal anschalten? Kein Cliffhanger, der Lust auf mehr macht, stattdessen abgeschlossene Storyline und Charaktere, die ihr Pulver verbraucht zu haben scheinen. Im Grunde schmeißt einem die Pilot-Folge ein “Und wenn sie nicht gestorben sind …” vor die Füße. Wenn man also nicht gerade auf amerikanische Mittelschichtsbeseierung auf niedrigstem Niveau steht, kann man sich die Serie auch ersparen.

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