Ich bin ja jetzt schon wieder ein paar Tage zuhause, hab aber durch Klausuren und so allgemeinem Krams wie Rechnungen und Arbeit nicht wirklich die Zeit gefunden, meine Reise nachzubereiten. Das will ich an dieser Stelle nachholen.

Also die ganze Reise war ja im Grund recht kurzfristig, zumindest so kurzfristig, dass ich meinen Reisepass im Expressverfahren beantragen musste, was mich gleich mal 70€ oder sowas in dem Dreh gekostet hat. Übrigens, die Flugkosten lagen bei 330€ Hin- und Zurück, gebucht habe ich über ebookers. Ich finde das ganz entspannt, hab aber natürlich nicht so den Überblick, es war mein erster richtiger Auslandsurlaub seit langem, und überhaupt mein erster längerer Urlaub seit Jahren. Ich werde euch den Urlaub jetzt einfachmal tageweise zusammenfassen und immer schöne Bilder dazu präsentieren.

Freitag, 12. März: Als ich um 07.45 ausm Fenster geschaut habe, musste ich erstmal den Kopf schütteln. Schon wieder so ne dumme Schneedecke, bestimmt 5-10cm hoch. Ey, ne, gut dass ich da weggekommen bin. Also laaaange Verabschiedung von Carlos und dann mit dem dicken Koffer, so nen Rollteil, aber ohne Plastikschale, ab nach Tegel. Ist ja eigentlich ganz easy, Ringbahn und dann Zubringerbus, halbe Stunde und ich war im Flughafen. Durch Online-Check-In brauchte ich nur mein Gepäck aufgeben und nen paar nervige Fragen (“Haben sie alleine gepackt?”, “Haben sie das Gepäck unbeaufsichtigt gelassen?”) beantworten – Neeeein ich bin kein Terrorist, jedenfalls keiner, vor dem ihr Angst habt. Dann noch einen Morgenkaffee und Bagel bei Starbucks und danach mitm iPhone im Wartebereich gechillt.

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Solange hat das irgendwie alles nicht gedauert, ich hatte das aus meiner Kindheit schlimmer in Erinnerung. Die 6500km Flug nach NYC waren dann auch schnell vorbei, ich hab mal schnell “Der Fänger im Roggen” von Salinger gelesen und mich am Flugzeugessen ergötzt.

Und dann bin ich 14.30 Ortszeit im JFK-Airport in den USA angekommen. Effektive Flugzeit: 5 Stunden. :D Ich mag Zeitverschiebung. Lange lästige Einreiseprozedur, und etwas Kulturflash schon am Flughafen, aber alles im erträglichen Bereich. Und nachdem ich schnurstracks zur AirTrain gewatschelt bin und mich an den Errungenschaften der Technik und meiner Kreditkarte und allgemein dem bargeldlosen Zahlen erfreut habe, hat mich Annie, eine befreundete Musikerin aus NYC, abgeholt und mir die einzige U-Bahn (Subway!) gezeigt, die überirdisch fährt. Hm, komisch, in Berlin machen das ja einige :D … egal, nach der netten Fahrt durch Brooklyn, auf der sich Annie auch schon wieder verabschiedet hat, bin ich dann mitten in der Rush-Hour ins Grand Central Terminal rein. Autsch, das war ein Schieben und Drängen. Aber nichts was man nicht aus Berlin gewohnt wäre. Als ich dann im richtigen Zug saß, hab ich Jon angerufen, den ich ausm Internet von wegen Musik und so kannte, und ihm gesagt, dass er mich in Bridgeport, Station Fairfield abholen kann.

Wir haben uns dann auch gleich erkannt, wir waren die einzigen coolen Atzen aufm Bahnhof. :D … Mit Jon gings dann zu seinem Haus, eine nette Mittelschichtsgegend halt in Bridgeport. Zu Bridgeport ist zu sagen, die Nachbarschaft ist hauptsächlich black oder hispanic, caucasians sind nicht krass, aber deutlich in der Minderheit. Nachdem ich mein Zeug abgeschmissen hatte und erstmal Marlo, Jons Pittbull-Mix, begrüßt habe, der mir zu diesem Zeitpunkt noch sehr verhalten entgegenkam, hat Jon mich in Ermangelung seiner Frau Andrea, die arbeiten war, erstmal in den lokalen Diner mitgenommen und mir zu meiner ersten Portion Burger & frittiertes in den USA verholfen. Sollte nicht die letzte sein ;) . Vollgefüllt mit Onionrings sind wir dann nach Hause und ich habe Jon erstmal die britische Serie “IT Crowd” vorgestellt. Daraus hat sich dann ein lustiger IT Crowd/Big Bang Theory entwickelt. Oder besser, eine lustige Nacht, bis ich dann irgendwann todmüde in mein riesiges Bett in ihrem Wohnzimmer gefallen bin.

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Samstag, 13 März: Der Tag war recht unspektakulär, aber sehr interessant. Jon hat mich etwas im mittleren Connecticut (der Bundesstaat, in dem Bridgeport liegt) rumgefahren und mir sozusagen seine Wohnumgebung gezeigt. Die Stadt liegt direkt am Atlantik und hat Richtung Landesinneres sehr schöne Wälder. Auch sozial ist’s wirklich interessant: wie schon gesagt, setzt sich die Bevölkerung hier größtenteils aus den “Minderheiten” zusammen, was sicherlich ein Faktor für die politische Liberalität des Nord-Ostens der USA ist. Grundsätzlich war die Umgebung sehr mittelständisch, die für Amerika typische starke Differenz zwischen arm und reich war zwar spürbar, soll aber laut Aussage von Jon deutlich weniger sein als im Süden der USA.

Übrigens war ich mitten in einem Jahrhundertsturm in Connecticut und New Jersey angekommen, was zu Stromausfällen in der ganzen Stadt geführt hat und eine sehr raue See produziert hat. Auch Todesfälle gab es, wie ich durch die lokalen Medien erfahren habe. Da hat sich unter Beweis gestellt, dass die öffentliche Infrastruktur in den USA sehr viel schwächer ausgeprägt ist als in Europa. Die Haushalte waren z.T. noch 3 Tage nach dem Sturm ohne Strom, die Schulen bis Mittwoch geschlossen. Letzteres war übrigens kein Grund zum Jubeln für die Schüler – die haben nämlich für den High School Abschluss eine bestimmte Stundenanzahl vorzuweisen, ansonsten bekommen sie keinen. D.h. im Endeffekt: die Stunden, die ihnen durch sowas fehlen, müssen sie nachholen, im schlimmsten Fall müssen alle eine Jahr länger machen, um die Stunden aufzuholen. Ziemlich Hardcore. Und was ich noch im Radio gehört habe: Detroit (da wo früher Autos gebaut wurden) hat 40 (!!!!) öffentliche Schulen geschlossen. Die Schüler müssen sich auf andere Schulen verteilen, z.T. bis zu 1,5-2h Schulweg in Kauf nehmen.

Am Nachmittag sind wir dann einkaufen gegangen in einem kleinen Supermarkt (der so groß war wie unser Kaufland oder real), und ich habe mich für die Woche eingedeckt, was mir auch einigermaßen billig gelungen ist. Auf meinem Zettel standen schlussendlich ein Haufen toller amerikanischer Spezialitäten wie Captn’ Crunch, Oreos, Bagels und Donuts. Und als Gegenangebot habe ich den Abend für Jon und Andrea gekocht, mein Flammkuchen hat ihnen zwar nicht so geschmeckt (hatte aber auch nur Sour Cream zur Verfügung), dafür hat sich dann aber ein langes Gespräch über das deutsche und amerikanische Rechtssystem mit Andrea entwickelt. Die hat nämlich Jura studiert und konnte mir dementsprechend viel erzählen, auch wenn sie inzwischen in ihrer wahren Berufung, als Krankenschwester, arbeitet.

Sonntag, 14. März: Jon hat den ganzen Morgen schon rumgesungen, ich glaube “Daaaaaytrip” oder sowas, auf jeden Fall hatten wir alle gute Laune, trotz des grausamen Wetters. Die beiden haben mir einigen großen großen Wunsch erfüllt: wir sind nach Montauk gefahren. Wer mich kennt, weiß im Grunde, dass Montauk ein sehr wichtiger, symbolischer Ort für mich ist, einerseits durch den Film “Eternal Sunshine Of The Spotless Mind”, andererseits durch das Buch von Max Frisch. Wir sind ca. 3h hingefahren, haben uns unterwegs die Hamptons angeschaut. Dieser Ort besteht zum größten Teil aus den Sommerresidenzen der Schönen und Reichen aus New York City. Aber war nicht so spannend,
bis auf ein paar architektonische Details.

Als wir dann an der Spitze von Long Island ankamen, in Montauk, war ich ziemlich sprachlos. Wir haben alle ziemlich unseren eigenen Gedanken nachgehangen, so beeindruckend war die vom Sturm aufgewühlte See und der nebeldurchtränkte Strand. Das Gefühl, dort zu sein, ist für mich echt schwer zu beschreiben. Einerseits hats für mich so viel klargestellt. Aber irgendwie hats auch seinen Tribut gefordert.

Montauk war es. Es war definitiv Montauk. Im Frühlingssturm, fast noch Eis, ein riesiger Moloch der Gedanken, der sich im Atlantik aufgetan hat. Wir waren die einzigen am Strand, nicht einmal die Seal-Führung hat sich blicken lassen, um dem Pseudo-Tierschutz-Anspruch der gebildeten Schicht zu befriedigen. Drei Meter hohe Wellen haben in einem Brausen diese ganzen Stimmen, die ständig von ihr und der Sehnsucht flüsterten, übertönt. Kleingemacht. Eigentlich war alles ganz simpel und so vollständig. Es war nicht der vielbeschworene Tag in meinem neuen Leben, aber es war ein Anfang. Der Tag war genau der Tag, an dem wir uns getrennt hatten. Die Stimmen waren noch da, aber die Wellen begleiteten mich vom Strand hinweg. Noch in den Hamptons, noch in New York, noch in Berlin hörte ich das Rauschen, die Stimmen waren noch, aber sie wurden regelmäßig überspült. Es gibt keine vollkommene Verarbeitung. Sie wird Teil meines Lebens bleiben, sich komplexmäßig in meine Handlungen und Gedanken schieben. Aber es ist größer als das und es fließt aristotelisch durch Biegungen und Höhlen. Es wird vom Bergbach zum reißenden Fluß und sie wird letztendlich nur ein Pfahl im Wasser sein, an der eine leuchtende Fahne hängt, die davon zeugt, dass hier angedockt wurde und dass hier der Fluss langsamer war. Ein bisschen warnt sie auch vor den Untiefen, aber die werden weggespült, in andere Gefilde verteilt. Die Untiefen werden irgendwo anders neu entstehen, Schiffe erneut auf Grund laufen. Bis der Fluss schließlich in den Atlantik münden wird und ein bisschen Sand bis nach Montauk gelangt. Denn wie Joel sagte: „Sand is overrated. It’s just tiny, little rocks.“

Ja, so ungefähr war das.

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Allzulange sind wir auch gar nicht geblieben. Nachdem wir noch einige tolle Bilder am Bahnhof, einem der Drehorte von “Eternal Sunshine Of The Spotless Mind”, gemacht haben, sind wir wieder nach Hause. Zwischendurch waren wir in den Hamptons noch für eine Stunde im Starbucks, das war echt schön – die Leute sahen alle sehr alteingesessen aus und außer uns schien sich kein Ortsfremder bei dem Wetter hingetraut zu haben. Uns so habe ich meinen Dark Cherry Moccha zwischen all den aufgeklärten Bildungsbürgern von Long Island genossen. Da hat es sich sogar etwas nach zuhause angefühlt.

Montag, 15. März: Mein erster wirklicher Tag in NYC. Und ich hab irgendwie nichts gemacht, außer durch Manhatten und Harlem zu laufen. Gestartet bin ich am Grand Central Terminal, dann im Zick-Zack-Kurs hoch zum Central Park, der im Regen natürlich menschenleer war. An der Westkante des Central Parks hochgelaufen und die Leute beobachtet. Viele Klischees über Manhatten haben sich bestätigt, z.B. der Nebenjob des Hundeausführens mit 5 oder mehr Hunden an der Leine. Der Mensch wollte aber leider sich nicht fotografiert wissen, schade. Und wo wir gerade bei Hunden sind, mir wurde schon am ersten Tag klar: in NYC studieren werde ich vielleicht, aber definitiv nicht hier wohnen. Carlos würde zwischen dem ganzen Beton umkommen, der Central Park ist auch nicht wirklich groß und nirgendwo gibt’s wirklich was anderes Grünes außer diese winzigen Parks. Von der Leine nehmen dürfte ich ihn eh nicht. Darum würde ich mir beizeiten eher etwas im Umland suchen.

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Auf jeden Fall bin ich dann an der nordwestlichen Ecke vom Central Park in Harlem rein und damit in das in den Reiseführern verschriene Viertel der African Americans (übrigens, von Jon gelernt: NIE wie der deutsche ARD-Korrespondent bei der Obama-Wahl von “colored people” sprechen. Dafür solls angeblich derbe auf die Schnauze geben). Wie alle Klischees wars aber nur halb so wild, ich wurde schon kritisch beäugt, hab mich aber schnell mit nem coolen Typen angefreundet, der da rumsaß und in sein Blackbook gekritztelt hat. Der hat mich 2-3 Straßenzüge begleitet und irgendwie schien das magisch zu wirken, danach wurde ich deutlich unkritischer beäugt. Aber vielleicht bin ich auch nur in ein anderes Viertel gelangt, das ändert sich nämlich in den USA anscheinend sehr schnell. So quasi wenn man über die Straße geht kann man von “ganz reich” in “abgefuckte Junkiegegend” kommen. Auf jeden Fall war es interessant, verschiedene Einblicke ins amerikanische Leben zu bekommen, Klischees bestätigt, relativiert oder über den Haufen geworfen zu wissen und tolle Pizza zu essen. Am frühen Abend bin ich dann erst zur Columbia University und dann zur NYU Law School gegangen und hatte da jeweils Gespräche mit Profs, die recht interessant verlaufen sind. Auf jeden Fall sind beide Unis für mich vorstellbar für ein Auslandssemester und bei einer hätte ich auch ein Nebenjob am Lehrstuhl.

Danach gings mit letzten Kräften nach Hause, ich bin knapp acht Stunden durch die Gegend gelaufen und habe nur sehr wenige Pausen gemacht. Meine Füße haben ordentlich Hornhaut bekommen.

Dienstag, 16. März: Den Morgen haben Jon und ich mit Marlo verbracht, in einem netten Wäldchen wo der Hund auch mal ohne Leine laufen kann. Die Leinenpflicht wird in den USA deutlich strenger gehandhabt als in Deutschland, was für die Hunde sehr schade ist. Jon meinte, dass sehr viele Afro-Amerikaner vor Hunden Angst hätten, weil zur Zeit der Versklavung halt Wachhunde eingesetzt wurden und es im kollektiven Gedächtnis sich so wohl eingebrannt hätte. Keine Ahnung, inwieweit seine These stimmt, auf jeden Fall ein schöner Morgen am ersten wirklich sonnigen Tag auf meiner Reise.

Dann bin ich mit Jon Richtung Norden, nach New Haven gefahren. New Haven gehört zur Hälfte der Universität, die sie beherbergt: Yale University. Nach einer netten Pizza sind wir auf dem Universitätsgelände rumgelaufen, sind in Klamotten- und Bücherläden rein und haben einiges mitgenommen. Ich hatte dann noch eine Verabredung zum Tee mit einem Professor von Yale, zu dem sich auch noch einer von Harvard gesellt hat. Sehr nett! Die Profs sind viel viel studentennäher als unsere Akademiker, vielleicht auch, weil sie einen gewissen Dienstleistungsstandard gewohnt sind.

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Ich habe mich dann auch etwas in People-Fotografie geübt und mir so ein paar der vom Spring Break daheimgebliebenen Studenten vorgenommen. Dann sind wir Abends nachhause gefahren.

Mittwoch, 17. März: St. Patricks Day! An diesem Tag war echt jeder irisch. Als ich morgens nach NYC gefahren bin, hatte ich das Gefühl, dass wirklich alle außer mir in grün gekleidet waren. Und in New York waren dann auf einmal alle Bars irische Pubs, selbst da, wo zwei Tage vorher noch eine normale amerika
nische Bar war. Ich hab mich mit einer Freundin aus Deutschland, die zufällig zum selben Zeitpunkt in NYC war wie ich, getroffen und nachdem wir uns die Parade angeschaut haben, sind wir noch ins Metropolitan. Also dieses Kunst-Museum, aber da nichts mit Street-Art zu sehen war, wars nicht so spannend für mich.

Mit Street-Art ist es übrigens nicht allzuweit her dort. Selbst in Harlem oder Brooklyn sind alle Graffitis verblasst, die letzten scheinen Mitte der 90er Jahre gemacht worden zu sein. Dementsprechend ist der Stil auch total Oldschool und ich hatte das Gefühl, dass sich da nichts mehr entwickelt hat. In den Zügen war eh alles sauber, nirgendwo was getaggt, bemalte Trains hab ich eh nicht gesehen. Traurig eigentlich, in der Thematik hatte ich mir tatsächlich mehr erhofft von New York.

Die Parade vom St. Patricks Day war zwar recht nett besucht, aber an sich nicht so spannend: Es liefen High-School, Marching Band, Police, Firefighters … und dann das ganze von vorne. Mehrere Stunden lang. Ich konnte drauf verzichten, habs mir an zwei verschiedenen Stellen angeschaut, aber nicht wirklich was für mich draus ziehen  können. Dafür waren die Leute alle recht fröhlich. Übrigens, netter Fakt nebenbei: laut Jon sind 90% der Cops in New York aus der irischen Community.

Bonnie, besagte Freundin aus Deutschland, und ich sind dann zu einer Bekannten von ihr an eine Kunstuniversität gefahren. Dort haben wir sie kurz in ihrem Atelier besucht und sind dann mit ein paar ihrer Freunde in das Studentenviertel von Manhatten gefahren. Da haben wir dann erstmal bis um 24 Uhr auf der Straße gesessen und geredet und die haben getrunken und ich musste den Alkohol verstecken (der einziger, der über 21 war, ihr wisst schon, USA und Alkohol und Volljährigkeit). Aber war echt lustig, viele seltsame Gestalten getroffen, u.a. die obligatorischen Jesus-Fanatiker.

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Danach sind wir in einen szenigen Reggae-Club gegangen und dann kam einer der großen Schocks: New York ist definitiv keine Feierstadt. Zugegebenermaßen, es war Mittwoch, aber: am St. Patricks Day nach 1 Uhr nur noch 10 Leute auf der Tanzfläche in einem angesagten Club?! Sorry, aber das ist arm. Also dieser Club war ok, die Musik super und durch eingebaute Live-Sachen sehr intensiv. Aber eine richtige Party war es in meinen Augen nicht, dafür bin ich zu sehr Berliner Standards gewöhnt. Also sind wir um 4 Uhr morgens rüber nach Brooklyn und haben uns dort aufs Ohr gehauen.

Donnerstag, 18. März: Klischee: Frühstück auf dem Dach. Das ist glaube ich ein Bild, das viele von Brooklyn vor Augen haben. Und ich kam tatsächlich in den Genuss. Jasmins Wohnung war nämlich ganz oben, und so konnten wir mit unserem Frühstück uns mitten in die Sonne aufs Dach hauen und hatten einen netten Rundumblick übers Viertel. Jasmin hat mir dann auch einige erzählt über die umliegenden Straßenzüge und wie einige Probleme, die wir auch aus Berlin kennen, sich hier auswirken. Denn auch in ihrem Viertel gab es eine Veränderung der Mieterstruktur, Gentrification ist da ein ganz großes Problem und ansonsten gibt es wohl noch zwischen den größtenteils afro-amerikanischen und asiatischen Mietern und den hauptsächlich jüdischen Hausbesitzern ethnisch geprägte Konflikte.

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Nach dem Frühstück gings für mich zurück nach Bridgeport. Da haben wir dann alles vorbereitet für ein leckeres, amerikanisches BBQ, was zu einem wirklich wunderschönen Abend in Jon und Andreas Garten geführt hat, mit leckeren Burgern und sowas. Der Hund hat uns die ganze Zeit umspielt, wir haben viel über Politik und die Welt geredet und ich habe meine nächsten Tage geplant.

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Freitag, Samstag und Sonntag (19., 20., 21.): Die letzten Tage möchte ich nur kurz zusammenfassen, da nicht mehr viel passiert ist. Freitag habe ich meine amerikanische Literatur gelesen, die am Dienstag in New Haven gekauft hatte und habe die Sonne genossen und etwas im Garten geholfen. Mal so ein richtiger Urlaubstag.

Samstag habe ich dann den Tag mit Leuten von meiner Familie gebracht, die Kinder meines Patenonkels, im Alter von 30 bis 40. Sehr nett, alle, aber eine gänzlich andere Seite von Amerikas Gesellschaft, als ich sie bei Jon oder Jasmin kennengelernt habe. Meine Familie gehört sozial gesehen wohl zur gehobenen Mittelschicht, hat einen Gottesbezug (Beten vor dem Essen und so) und alles ist immer ganz “neat”, außerdem wohnen sie mehr landeinwärts in Connecticut in einer Kleinstadt bzw. einem Dorf. Das war total in Ordnung und mir hat der Tag viel Spaß gemacht, aber es war ein sehr unterschiedliches Bild als das, was ich bisher mitbekommen habe. Insofern schon interessant.

Am Sonntag dann der große Abschied mir viel Umarmungen und viele Streicheleinheiten für Marlo. Nach der langen Hinfahrt kannte ich mich ja nun zu genüge im Metro-System von New York aus und habe nicht mehr so lange gebraucht und hatte nochmal Zeit Manhatten und Brooklyn durch die Subway-Scheiben zu begutachten. An der AirTrain zum Flughafen habe ich dann ungeplanter Weise noch einen Bekannten aus Berlin getroffen, der den gleichen Flug genommen hat. Komischer Zufall, aber das hat natürlich das Warten ungemein verkürzt. Auf dem Rückflug habe ich mich dann noch mit einer netten Australierin unterhalten, die neben mir saß und so verging auch der Flug wie im … ähh … Fluge ;) . Überglückliche habe ich dann in Tegel Carlos in den Arm nehmen können, da Maxi so lieb war und mich dort abgeholt hat.

Mit dem dicken Jetlag, der nach einem halben Tag kam, bin ich also im sonnigen Berlin angekommen. Und hier endet auch mein Bericht (:

 

One Response to NYC und Connecticut – Reisenachlese

  1. [...] letztendlich zu verschieden, um darauf konstruktiv aufbauen zu können – ich habe schon in NYC gemerkt, wie gut ich alleine unterwegs war und wie sehr ich daraus Kraft und Erkenntnisse gezogen habe. [...]

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